19.09.2026

Spezialführung „Landschaft am Goldensee“ mit dem Grenzhus Schlagsdorf

Am 19. September um 14.00 Uhr startet eine Spezialführung in die Landschaft am Goldensee an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Auf der Wanderung beleuchten wir den Wandel von der DDR-Grenzsicherung zum Schutzgebiet am Grünen Band. Vor 35 Jahren wurde der Zweckverband Schaalsee-Landschaft gegründet, dessen Arbeit wir auf dieser Wanderung kennenlernen.

Die Landschaft zwischen Goldensee und B 208 gehörte bis 1989 zum Schutzstreifen der DDR-Grenzsicherung. In Thurow-Horst war in den 1960er Jahren ein moderner Kasernenbau für die DDR-Grenztruppen errichtet worden. Die Fernverkehrsstraße sperrten mehrere Zäune und Groß Thurow lag im Grenzsperrgebiet. Seit 1961 kamen die Einwohner nicht mehr an den See heran. Regelmäßige Patrouillen der Grenztruppen sicherten den Abschnitt und trotzdem gab es immer wieder Fluchtversuche und andere Grenzzwischenfälle mit unterschiedlichem Ausgang. Heute erinnern nur noch Reste des Kolonnenweges und einige Zaunpfeiler an diese Grenzgeschichte.

Naturräumlich gliedert sich die Fläche in Wald, Weidelandschaft und Acker. Zwischen Goldensee und Culpiner See erstrecken sich eine Moorlandschaft und Feuchtwiesen. Die Natur hat vom ehemalige Grenzraum wieder Besitz ergriffen. Unterschiedliche Schutzgebiete sichern nun die natürliche Entwicklung von Moor-, Wald- und Wiesenflächen mit Lebensräumen für Pflanzen und Tiere. Die halboffene Weidelandschaft wird durch Rinder freigehalten.

Das ehemals lauenburgische Groß Thurow wechselte im November 1945 aus der britischen Besatzungszone in die sowjetische. Seitdem gehören das Dorf und seine Umgebung zu Mecklenburg-Vorpommern. Im Schatten der Grenze konnten sich die Natur gut entwickeln, sodass in Mecklenburg-Vorpommern 1990 der Naturpark Schaalsee ausgewiesen wurde, zu dem auch diese Flächen gehören. 1998 entstand aus dem Naturpark das Biosphärenreservat, das im Jahr 2000 durch die UNESCO anerkannt wurde.

Die Bedeutung der Schaalsee-Region wurde neben Mecklenburg-Vorpommern auch von Schleswig-Holstein und der gesamtdeutschen Bundesregierung anerkannt. Sie wurde 1991 zu einem Gebiet von gesamtstaatlich repräsentativer Bedeutung für den Naturschutz erklärt. Dies stellte die Grundlage für das auf Empfehlung des damaligen Bundesumweltministeriums beantragten länderübergreifenden Naturschutzgroßprojektes dar. Der Bund und die Länder Mecklenburg-Vorpommern sowie Schleswig-Holstein stellten Finanzmittel zum Grundstückserwerb zur Verfügung. Als Träger des Naturschutzgroßprojektes gründeten die länderübergreifend benachbarten Kreise und der WWF den Zweckverband Schaalsee-Landschaft. Heute sind es die Kreise Herzogtum Lauenburg, Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim sowie der WWF. Auf der Exkursion wird das Naturschutzgroßprojekt der deutschen Einheit vorgestellt, das eines der bedeutendsten Bestandteile des von Nord nach Süd verlaufenden „Grünen Bandes“ entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze darstellt.

Die Wanderung eröffnet Einblicke in den besonderen ökologischen Wert der Landschaft und ihrer Grenzgeschichte mit den unterschiedlichen Hinterlassenschaften.

Die Biologin und Verbandsvorsteherin des Zweckverbandes Maria Boness begleitet die Tour aus naturschutzfachlicher Perspektive und der Leiter des Grenzhus Dr. Andreas Wagner trägt die grenzgeschichtlichen Aspekte bei. So begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart auf der Spezialwanderung. Die fachliche Begleitung ermöglicht es der Gruppe, durch öffentlich nicht zugängliche Gebiete zu laufen.

Eine Kooperationsveranstaltung von Zweckverband Schaalsee-Landschaft und Grenzhus Schlagsdorf.

Bitte an gutes Schuhwerk denken. Die Streckenlänge beträgt 8 km. Start- und Endpunkt ist die Badestelle in Groß Thurow.

Eine Anmeldung ist notwendig unter den bekannten Kontakten Tel.: 038875/20326 und Mail: info@grenzhus.de

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