Naturweiden am Schaalsee
Halboffene Weidelandschaften – Offenland für Artenvielfalt und Klimaschutz
Extensiv beweidete Flächen des ZSL erhalten Offenlandstrukturen, fördern Biodiversität und leisten aktiven Klimaschutz.
Der Zweckverband Schaalsee-Landschaft lässt rund 1.800 Hektar Grünland extensiv bewirtschaften. Diese halboffenen Weidelandschaften entstehen durch robuste Weidetiere wie Galloways, Highland-Rinder, Angus, Wasserbüffel, robuste Pferde, Esel oder Schafe und bieten einen vielfältigen Lebensraum für Pflanzen, Vögel und Insekten.
Die Flächen werden von ortsansässigen Landwirten gepflegt, was die lokale Wertschöpfung stärkt und die Verbindung zwischen Naturschutz und Landwirtschaft fördert. Das Fleisch der Tiere wird meist durch die Landwirte regional vermarktet.
Die extensive Beweidung trägt aktiv zum Klimaschutz bei: Durch den Humusaufbau im Boden wird Kohlenstoff gebunden, sodass die Entwicklung der Weiden ein aktiver Beitrag zum Klimaschutz ist.
Jede Weidelandschaft besticht durch ihre einzigartige Lage, Struktur und die Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten.
Halboffene Weidelandschaften am Grünen Band erleben
Der ZSL bewirtschaftet Weidelandschaften in dem Kreisen Herzogtum Lauenburg, Ludwigslust-Parchim und Nordwestmecklenburg. Viele Weidelandschaften liegen an öffentlichen Wegen. Besucher können sie bei Wanderungen oder Naturbeobachtungen erleben – Grünland, Buschinseln und Solitärbäume oft in Gewässernähe bieten ein abwechslungsreiches Landschaftserlebnis am Grünen Band.
Was sind halboffene Weidelandschaften?
Halboffene Weidelandschaften sind mosaikartige Lebensräume, die durch extensive Beweidung offen gehalten werden. Kurze, beweidete Flächen wechseln sich ab mit stehenden Gräsern, Buschinseln und Solitärbäumen, wodurch ein vielfältiger Lebensraum für zahlreiche Pflanzen- und Tierarten entsteht, die in geschlossenen Wäldern oder intensiv bewirtschafteten Wiesen nicht vorkommen. Wo die Tiere nicht alleine gegen den Gehölzbewuchs ankommen, werden Sträucher vorsichtig entfernt, um die Halboffenheit zu sichern.
Die Beweidung erfolgt relativ frei und großräumig, ohne intensive Infrastruktur, sodass sich die Tiere naturnah bewegen können. In besonders großen, störungsarmen Weidegebieten ergänzen freilebende Wildtiere wie Rothirsch oder Wildschwein die Beweidungsvielfalt. Wenn Flächengröße und Nahrungsverfügbarkeit es zulassen, stehen die Tiere ganzjährig in geringer Anzahl auf den Weiden und fressen insbesondere im Winter aufkommende Gehölze.
Die Tiere sollen so wild wie möglich leben, trotzdem wird selbstverständlich auf das Wohl der Tiere geachtet. Natürliche Unterstände finden sie auf den strukturreichen Flächen zur Genüge. Die meisten Weidelandschaften bieten eine natürliche Wasserversorgung durch Gräben, Bäche oder Teiche, ansonsten wird Wasser bereitgestellt. Außerdem wird täglich nach den Tieren geschaut und sie werden gegeben falls medizinisch behandelt.
So entstehen stabile, naturnahe Offenlandstrukturen, die langfristig ökologisch wertvoll sind und die Biodiversität der Kulturlandschaft sichern.
Techin
Groß Thurow
Vielfältige Strukturen für verschiedene Wildtiere schaffen Highland-Rinder auf etwa 30 ha am Naturschutzgebiet Goldensee
Kiekbuschwiesen
Steigerung der Artenvielfalt durch extensive Weidehaltung
Durch die Beweidung entsteht ein Mosaik aus unterschiedlich intensiv genutzten Flächen. Diese Vielfalt an verschiedenen Strukturen sind ein Paradies für verschiedenste Insekten-, Vogel- und Säugetierarten.
- Sonnige, offene Bereiche fördern seltene Pflanzen und Bestäuber.
- Gehölzinseln bieten Nistplätze für Vögel wie Neuntöter oder Sperbergrasmücke.
- Wechselnde Beweidung schafft Mikrohabitate für Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere.
- Der Zuwachs von Sträuchern wird eingedämmt, die Offenlandschaft bleibt erhalten.
Bedeutung für Arten und Biotope
• Sonnige, offene Bereiche fördern seltene Pflanzen und Bestäuber.
• Gehölzinseln bieten Nistplätze für Vögel wie Neuntöter oder Sperbergrasmücke.
• Wechselnde Beweidung schafft Mikrohabitate für Insekten, Reptilien und kleine Säugetiere.
• Der Zuwachs von Sträuchern wird verhindert, die Offenlandschaft bleibt erhalten.
