Mit diesem Fund hatten wir nicht mehr gerechnet: Bei der Entnahme von Wasserpflanzen aus benachbarten Gewässern konnten wir Rotbauchunkenlaich entdecken. Nachdem in den vergangenen Jahren weder Rufer noch Laich der streng geschützten Art in der Umgebung nachgewiesen worden waren, gingen wir davon aus, dass die kleine Population rund um den Seedorfer Forst bei Klein Zecher möglicherweise bereits erloschen ist.
2022 konnten wir die über 20 Hektar großen Flächen mithilfe von Mitteln des Landes Schleswig-Holstein erwerben, um die Rotbauchunkenpopulation zwischen Seedorf und Zarrentin zu stärken. In mehreren Abschnitten entstanden neun Kleingewässer, während bestehende Gewässer saniert wurden, damit sie wieder den Ansprüchen der Rotbauchunke entsprechen. Die ehemals intensiv genutzten Acker- und Mähflächen wurden in extensives, durch Rinder beweidetes, Grünland umgewandelt. Zudem wurden Drainagen entfernt, um die Flächen wieder stärker zu vernässen. Ein neuer 500 Meter langer Knick schützt die Flächen vor Einträgen aus dem angrenzenden Acker und dient zugleich als Lebensraum und Vernetzungsstruktur für Vögel, Insekten und Kleinsäuger.
Nach Abschluss der Bauarbeiten folgte nun ein wichtiger weiterer Schritt: die neuen Gewässer mit Wasserpflanzenmaterial aus benachbarten Teichen zu beimpfen. Diese wurden zuvor von engagierten Flächeneigentümern speziell für den Schutz der Art angelegt. Das entnommene Pflanzenmaterial wurde in die neu geschaffenen Gewässer eingebracht, wo es sich etablieren und die Entwicklung geeigneter Strukturen fördern soll. Dadurch entstehen bessere Bedingungen für Fortpflanzung und Entwicklung der Rotbauchunke.
Dabei gab es eine weitere erfreuliche Entdeckung: In einem erst im vergangenen Jahr angelegten Gewässer fanden wir bereits Kammmolchlaich. Der Kammmolch ist ebenfalls eine streng geschützte Amphibienart und zeigt, wie schnell neu geschaffene Lebensräume von seltenen Arten angenommen werden.
